Griechenland


Unser Standort in Koila

Kurzbeschreibung

Das erlebnispädagogisch orientierte Projekt „Koila“ in Griechenland ist Teil der Coccius Sozialpädagogischen Projekte GbR.
Die Jugendlichen leben mit den BetreuerInnen in einer Dorfgemeinschaft, aufgeteilt auf verschiedene Häuser. Wir machen es uns zur Aufgabe, gefährdete Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu eigen– und sozialverantwortlicher Selbstständigkeit zu begleiten.
Kontinuität und Zuverlässigkeit sind wesentliche Bestandteile unserer Arbeit. Ein strukturierter Tagesablauf unter Einbindung immer wiederkehrender Rituale ermöglicht ein gemeinsames Leben und Erleben, geprägt von gegenseitiger Akzeptanz und Respekt als Basis einer vertrauensvollen Beziehung.
Koila ist ein von Einheimischen nahezu verlassenes Dorf in den Bergen Nordgriechenlands, unweit der türkischen und bulgarischen Grenze. In 7 km Entfernung befindet sich das nächste Dorf. Die Kleinstadt, Feres, mit ca. 5.000 Einwohnern, liegt 17 km entfernt davon.

Aufnahme finden Jungen im Alter zwischen 13 – 18 Jahren
• deren persönliche und soziale Entwicklung in ihren Herkunftsfamilien und / oder in ihrer Lebenswelt nicht gewährleistet ist
• die von den vorhandenen ambulanten und stationären Angeboten der Jugendhilfe nicht mehr aufzufangen sind und somit andere Erziehungshilfemaßnahmen nicht in Frage kommen
• für deren Förderung die Unterbringung in einer ländlichen, abgelegenen Umgebung hilfreich ist
• für deren Entwicklung es sinnvoll erscheint, in einer konsumreduzierten Gemeinschaft zu leben
• die einen intensiven Betreuungsrahmen benötigen, um positive Beziehungsmuster aufzubauen
• die in Deutschland keine schulische Leistungsbereitschaft mehr zeigen
• mit kriminellem Hintergrund und Gewalterfahrung (als Alternative zum Strafvollzug)
• die mit massiver psychiatrischer Problematik in der Vergangenheit durch Schulverweigerung bzw. unklarer Entwicklung ihrer Sozialisation auffällig wurden

Ausschlusskriterien für die Maßnahme sind:
• Drogen- bzw. Suchtmittelabhängigkeit
• Psychosen
• Körperbehinderung
• Mehrfachbehinderung

• Gemeinsame Zubereitung der Mahlzeiten und Mithilfe bei der Küchen und Hausarbeit und das Erstellen des wöchentlichen Speiseplans
• Alltagsbewältigung unter Anleitung (Zimmerreinigung, Körperhygiene, Wäschepflege, Hausputz, Einkauf, Umgang mit Geld)
• Gartenbewirtschaftung, Verrichtung landwirtschaftlicher Tätigkeiten in Form von Tierpflege und –versorgung
• Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten bei Reparatur und Wartung von Werkzeug und baulichen Anlagen
• Regelmäßige Beschulung durch eine Lehrkraft (ggf. Einzelunterricht), betreute Hausaufgabenzeit und ggf. Lernhilfe
• Möglichkeit eines Praktikums in einer Autowerkstatt
• Begleitung zur Organisation des Tagesablaufes und der Freizeitgestaltung
• Pflege und Erhalt von Sozialkontakten im unmittelbaren sozialen Umfeld z.B. Nachbarschaftspflege
• Ermöglichen sportlicher Aktivitäten je nach individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen z.B. Fußballverein
• Freizeitangebote: Spiele, Musizieren, Tischtennis, Basketball, kulturelle Angebote, Radfahren, Wandern, Angeln, Schwimmen, Fitness, kreatives Gestalten, Ausflüge in die Umgebung

Rechtsgrundlage für die Maßnahme sind §§ 34, 35, 35a, 41 SGB VIII.

• Entwicklung der Fähigkeit zum Eingehen positiver Beziehungen und Erwerb sozialer Kompetenzen
• Intensive schulische Förderung und Vorbereitung auf den Hauptschul-/ Realschulabschluss
• Erlernen eines angemessenen Umgangs mit schwierigen Situationen/Krisenbewältigung
• Persönlichkeitsentwicklung im Sinne der Stärkung des Selbstbewusstseins, der Kritik- und Konfliktfähigkeit, Erhöhung der Frustrationstoleranz, der Entwicklung von realistischen Perspektiven, der Aufarbeitung von Defiziten und belastenden Erlebnissen
• Hinführung zu einer adäquaten Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation
• Psychische und physische Grenzen in der Kleingruppe erfahren und den Umgang damit erlernen
• Bewältigung von traumatischen oder Missbrauchserlebnissen
• Unterstützung bei der (Neu-) Gestaltung familiärer Beziehungen, Elternarbeit und ggf. therapeutische Settings zur Begleitung eines Prozesses (individuelle Zusatzleistung)

Die gelungene Integration nach Rückkehr der Jugendlichen in Gesellschaft, Schule/Beruf und Sozialraum stellt eine ebenso hohe Herausforderung dar wie die Begleitung der jungen Menschen im Ausland. Daher wird die Rückkehrphase vor dem Ende der Auslandsmaßnahme intensiv und detailliert vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem/der Jugendlichen, Mitarbeitern, dem Koordinator, den zuständigen Personen im Jugendamt und den Eltern wird im Hilfeplangespräch der Weg ausgearbeitet, den der/die Jugendliche nach der Auslandsmaßnahme in Deutschland bzw. in seinem Heimatland weiter beschreiten kann.