Erziehungsstellen


Unsere Intensiv Sozialpädagogische Einzelbetreuung für Jungen und Mädchen ab 4 bzw. 8 Jahren

Die Unterbringung in einer Einzelbetreuungsstelle stellt ein vollstationäres Jugendhilfeangebot über Tag und Nacht dar. Sie hat ihren Leistungsschwerpunkt in der hohen Betreuungs- und Versorgungsdichte, mit der sozialen Defiziten umfassend begegnet werden kann. Eine weitere Stärke liegt in der kleinen sozialen Einheit, weil dort nur wenige Personen direkt in das Beziehungs- system der Betreuten eingreifen. Zudem wirkt sich das ganzheitliche und naturnahe Milieu positiv auf die Entwicklung des Kindes aus.

Das eingebettet sein in eine soziale Gemeinschaft mit verbindlichen Regeln und die auf Natur- und Tierpflege ausgerichtete Umgebung kommen dem Bedürfnis des jungen Menschen nach Halt, Zugehörigkeit und Orientierung entgegen. Begleitende Maßnahmen wie eine zeitweise einrichtungsinterne Beschulung oder die Förderung von handwerklichen und musischen Fähigkeiten in der einrichtungsinternen Werkstatt unterstützen die Leistungsbereitschaft und die Einbindung des jungen Menschen in eine Sinn stiftende, Struktur gebende Beschäftigung.

In den ländlichen Projekten unseres Trägers können männliche oder weibliche Kinder und Jugendliche im Alter ab 4 bzw. 8 Jahren aufgenommen werden, die

  • auf einen besonders kleinen Bezugsrahmen angewiesen sind,
  • die durch natur- und erlebnispädagogisch orientierte Rahmenbedingungen ansprechbar sind,
  • eine Betreuung und Aufsicht über Tag und Nacht benötigen,
  • aufgrund ihrer Verwahrlosungstendenzen eines engen versorgenden und kontrollierenden Rahmens bedürfen,
  • aufgrund ihrer Familiengeschichte die Erfahrung verlässlicher Beziehungen brauchen,
  • intensive Unterstützung bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihrer Zukunftsperspektiven benötigen,
  • einer umfassenden Hilfestellung zur Reintegration in eine Schule bedürfen,
  • für eine Rückkehr in die Familie vorgesehen sind, die nur durch eine enge fachliche Begleitung von Eltern und Kind möglich ist.

Einer vollstationären Unterbringung in einem Familienprojekt als ISE (z. B. auf einem Pferdehof im Odenwald, in ländlicher Umgebung im Kraichgau mit Garten- und Tierpflege oder am Stadtrand von Heidelberg) liegen in der Regel die §§ 34, 35a in Verbindung mit § 27 des SGBVIII zugrunde. Dort können männliche oder weibliche Jugendliche von pädagogisch ausgebildeten Erwachsenen in einem familienähnlichen Rahmen betreut und versorgt werden. Weitere Vorteile sind die Lage jenseits des „Stadttrubels“ sowie die Integration erlebnispädagogischer und ganzheitlicher Aspekte in Form von Landwirtschaft und Tierpflege.

Der Schwerpunkt in der ISE liegt im Angebot von überschaubaren, haltenden und verbindlichen Beziehungen in einem Familienkontext. Dazu gehören die Sicherstellung eines geregelten und Sinn stiftenden Tagesablaufes und die Einübung sozialer Kompetenzen durch die Einbindung in einen sozialen Kleinstrahmen. Die große Bedeutung der Zusammenarbeit mit Eltern, Angehörigen und Schulen findet in intensiven und systemisch begleiteten Kontakten ihren Ausdruck.

Junge Menschen, die in unseren Einzelbetreuungsstellen aufgenommen werden, benötigen aufgrund ihrer bisherigen Lebensgeschichte sowohl Zuwendung und Verständnis als auch klare Grenzen und Beharrlichkeit. Die Chancen der ISE liegen somit in fürsorglichen, überschaubaren und verlässlichen Beziehungen innerhalb eines Betreuungsalltags, der aber auch feste Grenzen hat. Wir ergänzen diesen durch therapeutische, beraterische und schulische Hilfestellungen von erfahrenen Fachkräften.