Griechenland


Unser Standort in Koila

Kurzbeschreibung

Das erlebnispädagogisch orientierte Projekt „Koila“ ist Teil der COCCIUS Sozialpädagogischen Projekte GbR.
Die Jugendlichen leben mit den BetreuerInnen in einer Dorfgemeinschaft, aufgeteilt auf verschiedene Häuser. Wir machen es uns zur Aufgabe, gefährdete Jugendliche auf dem Weg zu eigen– und sozialverantwortlicher Selbstständigkeit zu begleiten.
Kontinuität und Zuverlässigkeit sind wesentliche Bestandteile unserer Arbeit. Ein strukturierter Tagesablauf unter Einbindung immer wiederkehrender Rituale ermöglicht ein gemeinsames Leben und Erleben geprägt
von gegenseitiger Akzeptanz und Respekt als Basis einer vertrauensvollen Beziehung. Wichtig dabei ist die Unterstützung der Jugendlichen, ihre Persönlichkeit zu stabilisieren und ihre schulische und berufliche Zukunft sowie ihre Beziehung zu ihrer Herkunftsfamilie positiv zu beeinflussen.

Koila ist ein verlassenes Dorf in den Bergen Nordgriechenlands, nahe der türkischen und bulgarischen Grenze. In 7 km Entfernung befindet sich das nächste Dorf. Eine kleine Stadt, Feres, mit ca. 5.000 Einwohnern, liegt 17 km entfernt davon.
Die Zufahrt zum Dorf führt über einen Feldweg. Die aus Naturstein gebauten Häuser sind klein, bestehen meist aus 2 Zimmern und Flur. Ein großer Teil der Häuser ist zerfallen.
Durch unsere Initiative wurde Strom an die Häuser gelegt und in Eigenarbeit auch Wasser heran geführt, so dass Dusche, Toilette und Abwaschmöglichkeiten vorhanden sind. Das Dorf liegt mitten in der Natur, ist aufgrund des unbewohnten Zustandes verwildert und bietet unzählige Möglichkeiten für Naturerlebnisse jeglicher Art.
Aufnahme finden Jungen im Alter zwischen 12 – 18 Jahren

  • die durch weniger intensive Jugendhilfemaßnahmen nicht mehr erreichbar sind
  • deren persönliche und soziale Entwicklung in ihren Herkunftsfamilien und / oder in ihrer Lebenswelt nicht gewährleistet ist
  • die von den vorhandenen ambulanten und stationären Angeboten der Jugendhilfe nicht mehr aufzufangen sind und somit andere Erziehungshilfemaßnahmen nicht in Frage kommen
  • für deren Förderung die Unterbringung in einer ländlichen, abgelegenen Umgebung hilfreich ist
  • für deren Entwicklung es sinnvoll erscheint, in einer konsumreduzierten Gemeinschaft zu leben
  • die einen intensiven Betreuungsrahmen benötigen, um positive Beziehungsmuster aufzubauen
  • die in Deutschland keine schulische Leistungsbereitschaft mehr zeigen
  • mit kriminellem Hintergrund und Gewalterfahrung (als Alternative zum Strafvollzug)
  • die mit massiver psychiatrischer Problematik in der Vergangenheit durch Schulverweigerung bzw. unklarer Entwicklung ihrer Sozialisation auffällig wurden
Klare Ausschlusskriterien für die Maßnahme sind

  • Drogen bzw. Suchtmittelabhängigkeit
  • Psychosen
  • Körperbehinderung
  • Mehrfachbehinderung
Einbindung der Jugendlichen in einen strukturierten Tagesablauf mit eigenen Verantwortungsbereichen:

  • Gemeinsame Zubereitung der Mahlzeiten und Mithilfe bei der Küchen und Hausarbeit und das Erstellen des wöchentlichen Speiseplans
  • Gemeinsames Essen
  • Alltagsbewältigung unter Anleitung (Zimmerreinigung, Körperhygiene, Wäschepflege, Hausputz, Einkauf, Umgang mit Geld)
  • Gartenbewirtschaftung, Verrichtung landwirtschaftlicher Tätigkeiten in Form von Tierpflege und – versorgung
  • Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten bei Reparatur und Wartung von Werkzeug und baulichen Anlagen
  • Mitwirkung bei hauswirtschaftlichen Arbeiten
  • Regelmäßige Beschulung durch eine Lehrkraft (ggf. Einzelunterricht) Betreute Hausaufgabenzeit und ggf. Lernhilfe
  • Begleitung zur Organisation des Tagesablaufes und der Freizeitgestaltung
  • Pflege und Erhalt von Sozialkontakten im unmittelbaren sozialen Umfeld z.B. Nachbarschaftspflege
  • Ermöglichen sportlicher Aktivitäten je nach individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen
  • Freizeitangebote: z.B. Reiten (in der näheren Umgebung auf Reiterhof möglich), Spiele, Musizieren, kulturelle Angebote, Radfahren, Wandern, Fischen, Schwimmen, Fitness, kreatives Gestalten, Ausflüge in die Umgebung
  • Hinführung der Jungen zur Inanspruchnahme therapeutischer Angebote im Anschluss oder in Ergänzung zu unseren pädagogischen Leistungen
  • Einzelgespräche mit einem Therapeuten
  • Individueller leistungsgemäßer Reitunterricht (Stärkung des Selbstwertgefühls)
  • Erlernen sozialer Kompetenzen durch die Versorgung und Pflege der Tiere im Projekt
  • Aneignen von Fach- und Handlungskompetenzen im Umgang mit Werkzeug und Materialien
  • Akzeptieren des Umgangs mit Autoritäten
  • Entwicklung der Fähigkeit zum Eingehen positiver Beziehungen und Erwerb sozialer Kompetenzen
  • Intensive schulische Förderung und Vorbereitung auf den Hauptschul-/ Realschulabschluss
  • Persönlichkeitsentwicklung im Sinne der Stärkung des Selbstbewusstseins, der Kritik- und Konfliktfähigkeit, Erhöhung der Frustrationstoleranz, der Entwicklung von realistischen Perspektiven, der Aufarbeitung von Defiziten und belastenden Erlebnissen
  • Krisenbewältigung
  • Hinführung zu einer adäquaten Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation
  • Erlernen eines angemessenen Umgangs mit schwierigen Situationen
  • Einschätzen lernen von Gefahren von Suchtmitteln
  • Sensibilisierung des Jugendlichen für sich selbst und seine Umwelt
  • Psychische und physische Grenzen in der Kleingruppe erfahren und den Umgang damit erlernen
  • Entwicklung einer angemessenen Ausdrucksweise und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Männerrolle, Unterstützung beim Finden einer eigenen Persönlichkeit und Erlernen einer kritischen Selbstreflexion
  • Bewältigung von traumatischen oder Missbrauchserlebnissen
  • Motivation im Gruppenalltag, auch bei und durch gemeinsame Aktivitäten
  • Unterstützung bei der (Neu-) Gestaltung familiärer Beziehungen, Elternarbeit und ggf. therapeutische Settings zur Begleitung eines Prozesses (individuelle Zusatzleistung)
Aufbau vertrauensvoller Beziehung und Zusammenarbeit durch:

  • Intensive Beziehungsarbeit
  • Einzelgespräche zur Persönlichkeitsentwicklung und –stabilisierung (Hilfestellung beim Formulieren von Bedürfnissen, Konfliktbewältigungsstrategien, Erarbeiten persönlicher Ziele) je nach Einzelfall
  • Sensibilisierung und Befähigung zur Formulierung von eigenen Gefühlen und emotionalen Befindlichkeiten
  • Anleitung und Begleitung zu körperlicher Betätigung zum Abbau von Spannungszuständen
  • Hilfestellung im Zusammenleben innerhalb der Gruppe (Sensibilisierung und Förderung des sozialen Engagements bzw. Miteinander)
  • Einbeziehen in Alltagsabläufe
  • Hygieneerziehung
  • Rund um die Uhr – Betreuung
  • Erlernen von soziokulturellen Fertigkeiten
  • Vermittlung von hauswirtschaftlichen, handwerklichen und alltagspraktischen Fähigkeiten
  • Aktive Alltagsgestaltung
  • Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfe
  • Gezielte Angebote im Freizeitbereich (Sport wie: Fitness, Boxen, Radfahren, Klettern, Wandern, Fischen, Schwimmen, Handwerken, Erprobung kreativer Fähigkeiten mit den Elementen Holz, Ton, Stein, Metall) sowie gemeinsame Unternehmungen
  • intensive individuelle Betreuung zum Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Frustrationstoleranz der Jugendlichen
  • Entwicklung und Hinführung zu Körperwahrnehmung und Körpergefühl
  • Strukturierter Tagesablauf unter Einbindung von immer wiederkehrenden Ritualen
  • Aufbau einer vertrauensvollen und in sich gegenseitig akzeptierenden und respektierenden Beziehung
  • Kontinuierliche Verhaltensreflektionen
  • Sammeln von Informationen zur sozialen und psychischen Situation der Jugendlichen nach deren Aufnahme
  • Erarbeitung und Formulierung gemeinsamer Ziele im Rahmen der Hilfeplanfortschreibung
  • Regelmäßiger Informationsaustausch zur Gewährleistung der gemeinsam formulierten Ziele
  • Möglichkeit des Besuchs von Mitarbeitern des Kostenträgers, im Einzelfall auch der Erziehungsberechtigten in der Betreuungsstelle
  • Krisenintervention durch externe Einzelbetreuung im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe
  • Individuelle Beschulung durch eine Lehrkraft (Einzel- oder Gruppenunterricht)
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten vor Ort
Ansprechpartner ist der Koordinator Herr Theodoros Daskaris, Soziologe M. A. Mit ihm findet ein Vorstellungsgespräch statt. Darin werden gemeinsam mit allen Beteiligten (Jugendliche, Eltern, MitarbeiterInnen des Jugendamts) Ziele festgelegt. Enge Zusammenarbeit mit den Zuständigen im Jugendamt und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ist erwünscht und wird geboten.
Die Freiwilligkeit des Jugendlichen an der Auslandsmaßnahme teilnehmen zu wollen ist Grundvoraussetzung für eine Aufnahme.
Rechtsgrundlage für die Maßnahme sind §§ 34, 35, 35a, 41 SGB VIII.
Das Gesamtprojekt wird durch unseren Koordinator geleitet. Vor Ort befindet sich ein päd. Projektleiter, eine pädagogische Fachkraft, eine deutsche Lehrkraft, drei griechische MitarbeiterInnen mit Fachausbildung und Deutschkenntnissen sowie ein oder zwei Semesterpraktikanten aus Sozialberufen.
  • Regelmäßige Besuche vor Ort durch den Koordinator im Abstand ca. 6 – 8 Wochen
  • Regelmäßiger Kontakt (Fax / Telefon / E-Mail) und fachlicher Austausch mit dem Koordinator
  • Team- und Fall-Supervision durch einen Therapeuten, der im Sozialpädagogischen Projekt vor Ort und auf Wunsch (siehe individuelle Zusatzleistungen) auch nach der Rückkehr aus dem Ausland die Familie und den Jugendlichen pädagogisch begleitet
  • Halbjährliche Hilfeplanung
  • Reflexion und Weiterentwicklung des Leistungsangebotes innerhalb des Teams
  • Gewährleistung der fachlichen Qualifikation durch Fort- und Weiterbildung sowie kollegiale Supervision
  • Gewährleistung der Bezugsbetreuung durch Personalkontinuität
  • Unsere Einrichtung ist Mitglied im Bundesverband Erlebnispädagogik e.V. und verpflichtet sich somit für die Einhaltung, der in der Selbstverpflichtungserklärung enthaltenen Qualitätsstandards.
  • Ebenso für die Erfüllung aller Vorgaben der Brüssel II a – Verordnung.
Die Rückkehr des / der Jugendlichen wird bereits vor dem Ende der Auslandsmaßnahme vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem / der Jugendlichen, Mitarbeitern, dem Koordinator, den zuständigen Personen im Jugendamt und den Eltern wird im Hilfeplangespräch der Weg vorbereitet, den der / die Jugendliche nach der Auslandsmaßnahme in Deutschland
gehen kann.