Frankreich


Unser Standort in Le Berger

Kurzbeschreibung:

Das erlebnispädagogisch orientierte Projekt „Le Berger“ ist Teil des Angebots des Jugendhilfeträgers Coccius, in dem Mädchen ab 12 Jahren aufgenommen werden können.
Le Berger ist ein alter, französischer Bauernhof, der zwischen Carcassonne und Toulouse idyllisch in hügeliger Landschaft eingebettet liegt.
Durch die abgeschiedene Einzellage des Bauernhofes, auf dem 6 Mädchen zusammen mit ihren Betreuerinnen leben, sind Rahmenbedingungen gegeben, die sowohl die nötige Geborgenheit als auch eine altersentsprechende Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit vermitteln.
Der Umgang mit den Pferden, deren verantwortungsvolle Pflege und nicht zuletzt das Reiten selbst, gehört zu wichtigen Einflussgrößen der pädagogischen Arbeit in Le Berger. Die Verantwortung für die Tiere muss an sieben Tagen in der Woche wahrgenommen werden.
Schulische Förderung und Reitunterricht geben entsprechende Ausgleichsmöglichkeiten. Die eigenen physischen und psychischen Grenzen können erprobt werden, ohne neue Versagensängste hervorzurufen. Die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt eröffnet den Mädchen neue Fähigkeiten und Neigungen.
Wichtig ist uns die Unterstützung der Mädchen dahingehend, ihre Persönlichkeit zu stabilisieren und ihre schulische und berufliche Zukunft sowie ihre Beziehung zu ihrer Herkunftsfamilie positiv zu beeinflussen.
In Le Berger werden die Mädchen rund um die Uhr intensiv betreut.

  • Mädchen im Alter von 12 – 18 Jahren
  • Mädchen, die in Wohngruppen, Heimen, Familien oder anderen Hilfeformen kaum oder gar nicht mehr erreichbar sind
  • Mädchen, die keine schulische Leistungsbereitschaft mehr zeigen oder aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten nicht in die Schule integriert werden können
  • Mädchen, für die eine Veränderung des Umfeldes notwendig ist und eine reizarme ländliche Umgebung förderlich sein kann (z.B. nach Kontakt mit Drogen)
  • Mädchen, für die eine reine Mädchengruppe förderlich ist (z.B. nach sexuellem Missbrauch, Prostitution, etc.)
  • Mädchen mit krimineller Vergangenheit (z.B. als Alternative zum Strafvollzug bzw. zur „geschlossenen“ Unterbringung)
  • Klare Ausschlusskriterien für die Maßnahme sind
  • Drogen bzw. Suchtmittelabhängigkeit
  • Psychosen
  • Körperbehinderung
  • Mehrfachbehinderung
Hilfe / Angebot

  • Sensibilisierung der Mädchen für sich selbst und ihren Lebensraum
  • Psychische und physische Grenzen in der Kleingruppe kennen lernen und den Umgang damit erproben
  • Aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt und einer Lebensgemeinschaft
  • Stabilisierung des Sozialverhaltens, um eine Reintegration in Schule und Gesellschaft zu ermöglichen
  • Erlebnispädagogische Angebote

Schule – Individualunterricht

Unser Projekt verfügt über zwei Lehrerinnen. Alle „Neuankömmlinge“ erhalten anfänglich Einzelunterricht, um eine neue Lernbereitschaft und Motivation zu schaffen. Danach bieten wir die Beschulung in Kleingruppen an (d.h. max. 3 Mädchen mit einer Lehrerin) an. In diesem engen Rahmen können alte Verhaltensmuster abgebaut und neue Möglichkeiten des Umgangs trainiert werden.

Strukturierter Tagesablauf

Der von den Betreuerinnen vorgegebene und strukturierte Tagesablauf dient den Mädchen als wichtige Orientierung. Der Bereich Alltagsgestaltung ist umfangreich und individuell. Alle Alltagsaktivitäten wie Einkaufen, Kochen, Putzen u.v.m. werden von den Mädchen selbstständig bewerkstelligt.

Schulische Förderung, Vorbereitung auf Haupt- / Realschulabschluss

Frühzeitiges Erkennen von Fehlentwicklungen im Verhaltensbereich

  • Wir arbeiten eng mit Therapeuten zusammen, die sich regelmäßig vor Ort um die therapeutische Begleitung der Mädchen kümmern
  • Beratung und Begleitung bei Krisen und Konflikten
  • Bearbeitung von traumatischen oder Missbrauchserlebnissen
  • Förderung der Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie, z.B. durch regelmäßige Telefonate und / oder Schriftverkehr
  • Entwickeln von Zukunftsperspektiven und Lebensplanung
  • Gesundheits- und Hygieneerziehung
  • Förderung individueller Interessen und Begabungen
  • Eingehen positiver Beziehungen und Erwerb / Training sozialer Kompetenzen
  • Entdecken eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Förderung des Selbstwertgefühls
  • Aktive Lebensgestaltung und lernen für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen
  • Verbesserung und Stabilisierung des Sozialverhaltens
  • Einzelgespräche
  • Gruppensitzungen
  • Anleitung bei Alltagstätigkeiten (z.B. regelmäßiges Kochen)
  • Arbeiten im Haus und Garten
  • Reiten (Manege und Ausritte; hierfür steht eine speziell ausgebildete Reitlehrerin zur Verfügung) und Arbeit mit Pferden
  • Erlebnispädagogische Aktionen
  • Einzel- und Kleingruppenunterricht
  • zusätzliche therapeutische Intervention
  • direkte Krisenintervention
  • Begleitung bei der Verarbeitung sexueller Missbrauchserlebnisse und deren Folgen durch erfahrenes Personal
  • Elternarbeit
  • Permanent im Hause wohnende Ansprechpartnerinnen
  • Sammeln von Informationen zur sozialen und psychischen Situation der Jugendlichen nach deren Aufnahme
  • Erarbeitung und Formulierung gemeinsamer Ziele im Rahmen der Hilfeplanfortschreibung
  • Regelmäßiger Informationsaustausch zur Gewährleistung der gemeinsam formulierten Ziele
  • Möglichkeit des Besuchs der Erziehungsberechtigten in der Betreuungsstelle nach vorheriger Terminabsprache
Le Berger ist ein abgeschieden gelegenes Bauerngehöft, südlich von Toulouse / Südfrankreich, auf dem die Mädchen mit ihren Betreuerinnen zusammen leben und gemeinsam den Hof bewirtschaften.
Der Hof gliedert sich in Wohn-, Wirtschaftsgebäude, sowie Stallungen für die Pferde.
Ansprechpartnerin und Koordinatorin ist Frau Susanne Rummel, Diplom Sozialpädagogin.
Mit ihr finden Vorgespräche und ein Vorstellungsgespräch statt. Im Vorstellungsgespräch werden gemeinsam mit allen Beteiligten (Jugendliche, Eltern, MitarbeiterInnen des Jugendamts) Aufträge und Ziele besprochen. Enge Zusammenarbeit mit den Zuständigen im Jugendamt und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ist erwünscht und wird geboten.
Die Freiwilligkeit der Jugendlichen an der Auslandsmaßnahme teilnehmen zu wollen ist Grundvoraussetzung für eine Aufnahme.
Rechtsgrundlagen für die Maßnahmen sind §§ 34, 35, 35a, 41 SGB VIII.
Für die Betreuung der Mädchen stehen eine Sozialpädagogin, eine Heilpädagogin, eine pädagogische Hilfskraft mit langjähriger Praxiserfahrung, Praktikanten, zwei Lehrerinnen und eine Reitlehrerin zur Verfügung.
Koordination und Projektleitung erfolgt durch eine Sozialpädagogin.
  • Regelmäßige Besuche vor Ort durch die Koordinatorin
  • Regelmäßiger Kontakt (Fax / Telefon / E-Mail) und fachlicher Austausch mit der Koordinatorin
  • Team- u. Fallsupervision durch eine Therapeutin
  • Halbjährliche Hilfeplanung, wenn möglich vor Ort, mit allen Kooperationspartnern
  • Reflexion und Weiterentwicklung des Leistungsangebotes innerhalb des Teams
  • Anerkennung der Einrichtung als qualifizierte Betreuungsstelle für Jugendliche nach französischem Recht durch die Behörden vor Ort (DDASS des Conseil Général als „Foyer“) liegt vor.
  • Unsere Einrichtung ist Mitglied im Bundesverband Erlebnispädagogik e.V. und verpflichtet sich somit für die Einhaltung, der in der Selbstverpflichtungserklärung enthaltenen Qualitätsstandards einzuhalten.
  • Ebenso für die Erfüllung aller Vorgaben der Brüssel II a – Verordnung.
Die Rückkehr des / der Jugendlichen wird bereits vor dem Ende der Auslandsmaßnahme vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem / der Jugendlichen, Mitarbeitern, der Koordinatorin, den zuständigen Personen im Jugendamt und den Eltern wird im Hilfeplangespräch der Weg vorbereitet, den der / die Jugendliche nach der Auslandsmaßnahme in Deutschland gehen kann / können.